Pflanzenlexikon

Die Flora der Welt von A bis Z

Ackerbohne (Vicia faba)

Inhaltsverzeichnis:

Vicia faba L.

Ackerbohne (Vicia faba)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Rosodien
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Gattung: Wicken (Vicia)

Die Ackerbohne

wird auch Saubohne, Dicke Bohne, Pferdebohne, Faberbohne oder Puffbohne genannt, ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie gehört zu den frühesten Kulturpflanzen der Menschheit.

Archäologische Funde zeigen, dass dieses Gemüse schon in der Jungsteinzeit angebaut wurde. Im Mittelalter waren Dicke Bohnen Grundnahrungsmittel für Mensch und Vieh. Sie wurden erst vor circa 200 Jahren von der Kartoffel abgelöst.

Verbreitung/Vorkommen:

Die Ackerbohne kommt nur als Kulturpflanze vor.

Merkmale (Steckbrief):

  • Habitus: einjährige krautige Pflanze; Stängel vierkantig, unverzweigt, hohl und kahl; Wuchshöhe 50-120 (150) cm;
  • Blätter: paarig gefiedert, meist 2-3 Fiederpaaren und grannenartige Spitze, ohne Ranke; Fiederblätter oval, 3-10 x 1-4 cm, blaugrün, etwas fleischig und unbehaart; Nebenblätter 10-17 mm lang;
  • Blüten: zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle; weiss, mit dunkelviolettem Flügelfleck, 2-3 cm lang; zu 2-6 in den Blattwinkeln stehend, sehr kurz gestielt.
  • Früchte: Hülsenfrucht, zylindrisch (kaum abgeflacht), 8-12 (20) x 1-3 cm, abstehend, 2-6samig;
  • Wurzeln: Pfahlwurzel, bis zu 1 m lang; Samen weißlich, grünlich, bräunlich oder auch rot und violettschwarz.

Verwendung:

Dicke Bohnen kommen jung und grün, gekocht oder gebraten, auf den Teller. Sie sollten nur gekocht verzehrt werden. Zur Zubereitung pult man die Samen aus und wäscht sie in kaltem Wasser.

Tipps:

  • Sie sollten nur auf milder Hitze gegart werden, damit sie nicht platzen.
  • Ausgepulte Bohnen sind auch im Kühlschrank nur kurz haltbar.

Anbau:

Die Ackerbohne ist eine Pflanze, die an Wärme keine hohen Ansprüche stellt. Ein Anbau im Februar (bzw. März in kälteren Gegenden) verträgt sie problemlos. Frostgrade bis minus 6° machen ihr nichts aus. Um gerade in raueren Gegenden noch einen Vorsprung zu erzielen, kann man die Bohnen 12 Stunden in warmem Wasser vorquellen lassen, und sie dann im Frühbeetkasten im Februar vorziehen. Wenn die Pflänzchen im Frühbeet auflaufen, sollte man sie nochmals mit Erde bedecken, so bleiben sie kurz und gedrungen. Dicken Bohnen wachsen auf allen Böden, wobei sie den lehmhaltigen Boden bevorzugen. Sie vertragen sich gut mit Kohlgewächsen, Salat, Rote Bete und Mangold.

Der Reihenabstand der Pflanzen sollte 40 cm betragen, die Samen sollten in einem Abstand von 20-25 cm und 5 cm tief gelegt werden. Erntezeit ist ab Ende Mai bis Ende Juni. Die Ernte beginnt, wenn die Samenkörner noch jung und milchigweiß sind, es kann also mehrmals durchgepflückt werden wie bei den Buschbohnen.

Die Bohnenpflanze bildet im Boden ein weites Wurzelsystem und macht den Boden so lockerer, außerdem reichert die Pflanze mit ihren Wurzeln den Boden mit Stickstoff an, welches sie als Vorkultur für nachfolgende Starkzehrer so wichtig macht.

Achtung: Die Pflanze wird leicht von der schwarzen Bohnenlaus befallen, früher Anbau hilft etwas. Ist die Pflanze befallen, knipsen Sie einfach die Triebspitze ab, wo die Läuse sich meist aufhalten.

Inhaltsstoffe:

Dicke Bohnen besitzen einen hohen Gehalt an Kohlenhydraten, hochwertigem Eiweiß, Calcium, Kalium, Phosphor, Eisen, Provitamin A und den Vitaminen B1, B2, B6 und C. 100 g Dicke Bohnen haben 330 kcal/1381 kJ.

Bilder:

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