Pflanzenlexikon

Die Flora der Welt von A bis Z

Wildbirne oder Holzbirne (Pyrus pyraster)

Inhaltsverzeichnis:

Pyrus pyraster (L.) Burgsd.

Wildbirne (Pyrus pyraster)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Rosiden
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Birnen (Pyrus)

Synonyme: ua Pyrus communis auct., Pyrus communis var. pyraster L.

Video/Bilder - Wildbirne

Die Wildbirne wird auch Holzbirne genannt. Sie wurde 1998 zum Baum des Jahres gekürt.

Verbreitung/Vorkommen:

Ursprünglich stammt die Wildbirne aus Persien. Von dort ist die Holzbirne nach der Eiszeit, vor rund 5400 - 2500 v. Chr. wieder nach Mitteleuropa eingewandert. Ihr Verbreitungsgebiet reicht heute von Südeuropa, über England bis zum Ural und zum Kaukasus. In Deutschland ist der Baum häufig in den Auwäldern bei Magdeburg und auf den sonnigen Hängen der Oder und Warthe anzutreffen.

Merkmale & Beschreibung:

Die Wildbirne ist ein sommergrüner Baum oder Strauch mit einer schmalen, hochstrebenden Krone und erreicht eine Höhe von 8 bis 20 m. Er ist ein Pfahlwurzler, relativ langsamwüchsig, erreicht einen Schaftdurchmesser von 80-120 cm und kann 150-200 Jahre alt werden. Die wechselständigen, dunkelgrünen, eiförmigen oder rundlich elliptischen Blätter sind fein gesägt. Sie zeigen eine Rot-, Violett- oder Gelbfärbung im Herbst. Der Baum besitzt eine graue, kleinschuppige Rinde, die Äste sind mit Dornen besetzt und er blüht von April bis Mai.

Die weißen bis schmutzig-weißen Blüten sind etwas kleiner als bei der Kulturbirne. Die rundlichen, grün- oder braungelben Früchte reifen im September bis Oktober. Sie besitzen Steinzellen im Fruchtfleisch.

Verwendung:

Eine Vielzahl verschiedener Tierarten leben von der Birne und ihren Früchten bzw. an und haben in der Wildbirne ihren Lebensraum haben. Pflanzenfresser ernähren sich von Blättern, Trieben und Früchten. Die Früchte locken aber auch verschiedene Nager sowie das Wildschwein an.

Das Holz der Wildbirne kann für Tischler-, Drechsel- und Schnitzarbeiten verwendet werden. Es hat eine blass-rötliche bis hell-rötlichbraune Farbe

Aus Birnenkernen presste man in Notzeiten Speiseöl.

Anbau:

Die Wildbirne bevorzugt nährstoffreiche, kalkreiche, lockere Lehm- oder Tonböden. Böden mit Staunässe werden von ihr gemieden. Die Pflanze liebt sonnige Hänge, sommerwarme Laubmischwälder, Hecken, Trocken- und Felsgebüsche. Die Vermehrung der Wildbirne durch Samen ist durch die Bastardisierung der Wildbirne mit der Kulturbirne problematisch, vegitative Vermehrung aufwendig und kostet viel Zeit.

Inhaltsstoffe:

Birnen haben einen hohen ernährungsphysiologischen Wert. Hervorzuheben ist der geringe Anteil an Fruchtsäuren, sowie der hohe Kaliumgehalt, der eine entwässernde Wirkung hat.

Medizinische Anwendung:

  • Die Birne wirkt aufgrund ihres Mineralstoffgehaltes, ihrer Säuren, Gerbstoffe und Phenole desinfizierend, harntreibend und beruhigend.
  • Birnensaft dient zur allgemeinen Entgiftung des Körpers.
  • Aus Birnbaumblüten lässt sich bei Nierenbeckenentzündungen ein wirksamer Tee bereiten.
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