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Die Flora der Welt von A bis Z

Aprikose (Prunus armeniaca)

Inhaltsverzeichnis:

Aprikose (Prunus armeniaca)
Urheber: Johann Georg Sturm (Painter: Jacob Sturm), www.biolib.de

Systematik:

Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Tribus: Steinobstgewächse (Amygdaleae)
Gattung: Prunus

Synonym: Armeniaca vulgaris Lam.

Bilder:

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Aprikosenbaum (Prunus armeniaca) Blüten des Aprikosenbaumen Aprikose (Früchte und Blätter) Aprikose (Frucht ganz und halbiert) Kerne der Aprikose (Prunus armeniaca) Aprikose (Prunus armeniaca)

Aprikose Prunus armeniaca L.

Die Aprikose wird auch Barille, Xingren, in Österreich und Südtirol Marille genannt. Der Name Aprikose leitet sich vom lateinischen Wort "praecoces" = frühzeitiges Früchtchen ab, da sie im Verhältnis zu anderen Rosengewächsen früh blüht und fruchtet.

Heute gibt es unzählige verschiedene Aprikosensorten, von klein bis groß, von süß bis sauer, früh und spät reifende.

Heimat/Vorkommen:

Die Heimat der Aprikose ist China und das zum Iran und zur Türkei gehörende Hochland zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer. Der botanische Name der Aprikose gründet auf der Annahme, die Frucht stamme aus Armenien: prunus armeniaca. Wildarten gibt es heute noch in Afghanistan und Japan.

Die Aprikose wird als eine der ältesten kultivierten Obstsorten bezeichnet, die schon vor 4000 Jahren in Nordchina vorgekommen sein soll. Über die Seidenstraße fand die goldgelbe Frucht ihre Verbreitung über Syrien bis zum Römischen Reich. Im 18. Jahrhundert machten die Spanier sie in Amerika bekannt.

Merkmale:

  • Habitus:Die Aprikose ist ein kleiner bis mittelgroßer Baum mit breiter, dichter Krone. Er sieht meist wie ein Strauch aus.
  • Rinde: Die Rinde ist glänzend und rötlich-braun bis dunkelbraun. Die einjährigen Triebe erscheinen grün oder rot gefärbt und entwickeln erst im zweiten Jahr die dunkelbraune Rindenfärbung.
  • Blätter: Die Blätter sind gestielt, herzförmig, zugespitzt und 5-10 x 2-7 cm groß. Der Blattrand ist oft doppelt gesägt.
  • Blüten: Die Blüten sind zwittrig, fünfzählig und erscheinen vor den Blättern. Der Blütenstiel ist maximal 5 mm lang, flaumig behaart und oft rötlich. Die Kelchblätter sind weiß bis rosarot gefärbt, die Staubbeutel gelb. Die Blütezeit reicht von März bis April.
  • Früchte: Die Früchte sind 4-8 cm große, kugelige bis eirunde Steinfrüchte. Die Haut ist samtartig, manchmal auch glatt, und von hellgelber bis orangegelber, sonnseits auch geröteter Färbung. Vom Stiel bis zum Stempelansatzpunkt verläuft die für die Aprikose charakteristische, die Frucht in zwei Fruchtbacken teilende Naht. Das Fruchtfleisch ist weiß, gelb oder intensiv orangefarben, saftig und äußerst wohlschmeckend. Im Kern befindet sich ein mandelförmiger Samen. Zerstößt man ihn, entfaltet er Marzipan-Aroma. Der Samen kann allerdings sehr giftig sein, bittere Kerne enthalten ca. 8% blausäureabspaltendes Amygdalin.

Anbau:

Die Aprikose liebt trockene, warme Regionen und ist sehr frostanfällig. Zu den speziellen Standortsansprüchen gehören eine mittlere Jahrestemperatur von mindestens 8°C, geringe Niederschlagsmengen von unter 600 mm sowie warme, gut durchlüftete Böden mit ausreichender Ernährung und Wasserversorgung. Sie bevorzugt sandigen Boden.

Grundsätzlich sind Aprikosen weitgehend selbstfruchtbar. Die Präsenz von anderen Sorten soll jedoch den Befruchtungsansatz vergrößern.

Heute befindet sich das größte Anbaugebiet der Welt in der Türkei.

Verwendung:

Aprikosen haben es in sich. In erster Linie werden Aprikosen als Frischfrüchte, daneben jedoch als Trockenobst angeboten. Aufgrund der intensiven Säure sind Marillen ideal zur Marmeladeherstellung geeignet, aber auch als Beilage zu Wild, Huhn oder in Currygerichten.

Der Kern schmeckt bitter, hat ein starkes Bittermandel-Aroma und kommt bei der Herstellung von Persipan und Amaretto zum Einsatz.

Aus den Aprikosenkernen wird auch wertvolles Öl gewonnen, das zum Kochen, Braten und Backen genutzt wird. Das Aprikosenkernöl verwendet man aufgrund seines unaufdringlichen Duftes und seiner guten Haltbarkeit auch gerne als Grundlage für Hautpflegemittel. Wegen seiner Fähigkeit, den Feuchtigkeitshaushalt der Haut zu unterstützen, hilft es besonders der empfindlichen, trockenen, spröden und rissigen Haut. Es macht die Haut weich, strafft das Gewebe und fördert die Zellerneuerung.

Als Obstgehölz ist die Aprikose eine Bienentrachtpflanze.

Tipps:

  • Vollreif gepflückte Früchte verfügen über ein ausgezeichnetes Aroma, leider sind sie dann auch sehr verderbanfällig. Zu früh gepflückte Früchte hingegen reifen nicht nach. Sie schmecken fad und entwickeln kein Aroma. Überreife Früchte werden oft mehlig.
  • Wenn Sie Marillenknödel machen, sollten Sie die Marille entkernen und den Kern durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.

Inhaltsstoffe:

Nach ihren Inhaltsstoffen könnte man meinen, die Aprikose sei ein Gemüse. Kein anderes Obst enthält so viel Carotinoide, Mineral- und Ballaststoffe. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an den Mineralstoffen Calcium, Phosphor und Eisen sowie an Vitamin C. Karotin (Provitamin A) enthält die Aprikose mehr als die meisten anderen Früchte. Zur Nährwerttabelle >>

Medizinische Anwendung:

  • Durch den hohen Gehalt an Carotinoiden sollen sie das Immunsystem stärken, Krebserkrankungen vorbeugen, die Haut vor UV-Strahlung schützen und Ablagerungen in Arterien verhindern.
  • Durch das Vitamin B5 (Niazin) wirken Aprikosen nervenstärkend, Folsäure regt Blutbildung und Zellerneuerung an.
  • Haut und Haar werden durch Aprikosen glatter und kräftiger.

Broschüren und Quellen:

  • Sortenempfehlung für die Region des Oberen Mittelrheintales PDF (2 Seiten)
  • Anbau, Sortenwahl, Pflege, Krankheiten und Schädlinge PDF (2 Seiten)
  • Aprikose: Lebensmittelportait mit Rezepten PDF (2 Seiten)
  • Obstanbau im Garten - Steinobst: Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Aprikose PDF (17 Seiten)
  • de.wikipedia.org/wiki/Aprikose
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