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Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)

Inhaltsverzeichnis:

Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)
Urheber/Quelle: Johann Georg Sturm (Painter: Jacob Sturm), Wikimedia.org, pd

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Spindelbaumartige (Celastrales)
Familie: Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
Gattung: Spindelsträucher (Euonymus)

Synonyme: (Auswahl)
Euonymus bulgaricus Velen.
Euonymus czernjaevii Klokov
Euonymus floribundus Steven
Euonymus vulgaris Mill.

Bilder:

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Habitus des Gewöhnlichen Spindelstrauchs (Euonymus europaeus) Blüten des Gewöhnlichen Spindelstrauchs (Euonymus europaeus) Früchte des Gewöhnlichen Spindelstrauchs (Euonymus europaeus) Samen des Paffenhütchens

Gewöhnlicher Spindelstrauch Euonymus europaeus L.

Der Gewöhnliche oder Gemeine Spindelstrauch wird auch Pfaffenhütchen oder Pfaffenkäppchen genannt. Er wurde 2006 vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Verbreitung/Vorkommen:

Der Gewöhnliche Spindelstrauch ist von Europa bis Kleinasien heimisch, östlich bis zum Kaukasus und an die Wolga. In Nordamerika wurde das Pfaffenütchen als Zierstrauch eingeführt und zwischenzeitlich verwildert. Verbreitungskarte ansehen (externer Link in neuem Fenster).

Merkmale:

  • Lebensform: Nanophanerophyt, einhäusig;
  • Habitus: sommergrüne, stark verzweigte Sträucher oder kleine Bäume, Wuchshöhe 3 (5-7) m;
  • Blätter: gestielt und breit-lanzettlich, am Grunde keilförmige Spreite, gegenständig bis schief gegenständig angeordnet, Blattoberseite ist dunkler grün als die Unterseite, beidseitig kahl, Blattrand fein gesägt, Herbstfärbung rot;
  • Blüten: zwittrig, vierzählig, gelblich-grün gefärbt, 2-6 Einzelblüten in lang gestielten Trugdolden stehend;
  • Blütenformel: *K4 C4 A4 G(4);
  • Blütezeit: Juni-Juli
  • Früchte: hängende, rosa bis leuchtend rote Kapseln, die mit 4 Klappen aufspringen; eiförmige, weiße, 5 bis 7 mm lange Samen mit orangefarbenem Samenmantel;
  • Fruchtreife: August-Oktober;
  • Rinde: junge Zweige grün und vierkantig, teils 2-4 schmale Korkleisten, ältere Exemplaren grau-braun und längsrissig;
  • Holz: gelb, zäh, schwer spaltbar, wenig dauerhaft;
  • Wurzeln: meist flachwachsendes, verzweigtes Wurzelwerk;

Anbau:

Das Pfaffenhütchen ist windfest und frosthart. Es bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige und salzarme Böden. Der Strauch wird häufig von den Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte befallen.

Verwendung:

  • Zierstrauch und Landschaftpflege;
  • Pionierpflanze, die zur Bodenverbesserung beiträgt;
  • Holz für Spingeln, Dechslerarbeiten und Instrumentenbau;
  • Kern- und Wurzelholz zur Holzkohlegewinnung (auch Zeichenkohle);
  • Gewinnung von Guttapercha, einer kautschukartigen Sbstanz.

Inhaltsstoffe:

Die Samen sind sehr giftig, Blätter und Rinde sind ebenfalls als giftig einzustufen. Früher wurden die getrockteten und gemahlenen Samen als Insektizid verwendet. Zur Nährwerttabelle >>

Medizinische Anwendung:

In der Volksmedizin wurde ein Aufguss der getrockneten Früchte zur Behandlung von Kopfläusen, Krätzmilben und Hautgeschwüren eingesetzt.

Broschüren und weiterführende Informationen:

  • Umfangreichens Baumportrait: Habitus und Merkmale, Standort und Zeigerwerte, Verbreitungsareal, ökologische Bedeutung, Gefährdung, Holz und Verwendung, Inhaltsstoffe und kulturgeschichtliche Bedeutung. PDF (6 Seiten)
  • Baumsteckbrief: Kurzportrait mit allgemeinen Infos. PDF (1 Seite)
  • Merkblatt zur Artenförderung: Morphologie, Verbreitung, Standort, Waldbau, Pflanzenanzucht und Ausbringung. PDF (6 Seiten)
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