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Artischocke (Cynara scolymus)

Inhaltsverzeichnis:

Artischocke (Cynara scolymus)
Urheber: 3268zauber, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Gattung: Artischocken (Cynara)

Bilder:

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Habitus der Artischocke Blütenstandskopf der Artischocke Blüte der Artischocke Samen der Artischocke

Broschüren:

  • Pflanzenportrait Artischocke: Geschichte, Botanik und Kultur, Verwendung in Naturheilkunde und Küche sowie Rezepte. PDF (4 Seiten)
  • Heilpflanze Artischocke: Die therapeutische Wirksamkeit einer bewährten Heilpflanze. PDF (4 Seiten)
  • Bio-Artischocke: Artischocken mit viel Herz anbauen PDF (4 Seiten)

Artischocke Cynara scolymus L.

Die Artischocke ist der Blütenstandskopf einer distelartigen Kulturpflanze. Schon vor 2500 Jahren waren Artischocken in Ägypten bekannt. Römische Gärtner verbesserten die Pflanze und nannten sie "carduus". Nach Deutschland gelangte sie erst im 17. Jahrhundert. Aus der ursprünglich stacheligen Wildartischocke wurden die zahlreichen heute bekannten Sorten gezüchtet. Die Artischocke wurde 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Das Wort Artischocke soll sich aus dem arabische Ausdruck "ardi-schauki" (= Erddorn, Erddistel) ableiten. Cynara leitet sich vom griechischen Wort "kyan" (= Hund) ab und bezieht sich auf die bedornten, an Zähne erinnernde Blattspitzen.

Heimat/Verbreitung:

Die Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Angebaut wird sie in allen gemäßigten und südlichen Breitengraden, schwerpunktmäßig im gesamten Mittelmeerraum.

Merkmale:

Die Artischocke ist eine distelähnliche Pflanze mit gezahnten Laubblättern. Zuerst entwickelt sie eine Blattrosette, die dann später einen bis zu 2 m langen Stängel mit mehreren Blütenköpfen ausbildet. Die mehrjährige Pflanze hat einem starken Wurzelstock, aus dem große, grüne und behaarte Blätter mit weißer Unterseite und teilweise in einem Dorn endenden Zähnen wachsen. Die Blüten werden auf Grund ihrer fleischigen Blütenblätter als Gemüse geerntet.

Artischocken sind rundlich oder zylindrisch, etwa 7-13 cm groß, violett oder grün und wiegen 150-500 g. Sie bestehen aus einem fleischigen Boden, dem wertvollsten Teil des Blütenkopfes, und den dachziegelartig übereinanderliegenden Hüllblättern. Diese weisen am unteren Ende fleischige Verdickungen auf, die, wie auch der Boden, verzehrt werden.

Anbau:

Obwohl die Artischocke eigentlich in mediterranen Raum beheimatet ist, kann sie unter bestimmten Bedingungen auch in Mitteleuropa angebaut werden. Sie benötigen einen warmen, vollsonnigen Standort, der idealerweise auch windgeschützt ist. Artischocken kann man im Haus (ideal ist ein beheiztes Gewächshaus) vorkultivieren oder als Jungpflanzen kaufen. Ins Beet gepflanzt wird Mitte bis Ende April mit einem Abstand von 80 cm. Die Pflanzen benötigen reichlich Wasser, Staunässe muss jedoch vermieden werden. Artischocken können von August bis Oktober vor der Blüte geerntet werden. Ob die Pflanze "reif" ist, erkennt man daran, dass die äußeren Schuppen leicht abstehen. Die Spitzen sollten sich jedoch noch nicht verfärbt haben.

Verwendung:

Die Artischocke gilt gemeinhin als leichtes und vitaminreiches Gemüse. Ihrr Geschmack ist leicht bitter und etwas herb. Der Geniesser findet jedoch heraus, dass zwischen der Größe der Pflanze und dem, was davon geniessbar ist, ein krasses Missverhältnis besteht. Am äusseren Blattkranz beginnend pflückt man die Blätter einzeln ab. Den weichen Blattansatz zieht man vorsichtig mit den Zähnen vom harten Blatt ab. Beim Artischockenherz erwartet den Geniesser der kulinarische Höhepunkt einer jeden Artischocke.

Die Blütenknospen wurden bereits im alten Ägypten als Gemüse genutzt wurden. Römer und Griechen kultivierten die Pflanze und schätzten nicht nur den Geschmack, sondern auch die verdauungsfördernden Eigenschaften.

Zum Kochen viel Salzwasser verwenden, dem Zitronensaft beigefügt wird. Kochzeit je nach Größe zwischen 35 bis 45 Minuten. Zum Prüfen, ob die Artischocken gar sind, ein Blatt herauszupfen. Wenn es leicht nachgibt, ist das Gemüse weich.

Tipps:

  • Beim Einkauf ist darauf zu achten, dass die Stiele fest und die Blüten geschlossen sind.
  • Die Blattspitzen dürfen nicht vertrocknen aussehen.
  • Rohe Artischocken sollen nicht aufbewahrt werden; gekocht sind sie im Kühlschrank in der Kochflüssigkeit hingegen zwei bis drei Tage haltbar.
  • Rezept: Gebratene Artischocke mit Mandeln und Oliventapenade

Inhaltsstoffe:

Neben einer Vielzahl von Vitaminen verfügt die Artischocke über eine grosse Anzahl wertvoller Mineralien und Spurenelemente.

Artischocken enthalten das Kohlenhydrat Inulin und den Bitterstoff Cynarin, Eiweiß, Calcium, Eisen, Provitamin A und Vitamin B1. Der wichtigste Bestandteil ist jedoch das Cynarin, Auffällig hoch ist ihr Eisengehalt. Bereits 100 Gramm Artischocke decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Auch der Anteil an Kalium und Calcium ist hoch. Zur Nährwerttabelle >>

Medizinische Anwendung:

Medizinisch verwendet werden die getrockneten oder frischen Blattrosettenblätter. Sie wurde 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Seit Jahrhunderten schätzt man in der Populärmedizin die wohltuende Wirkung aller Teile der Pflanze auf Magen, Galle und Leber.

  • Da die Artischocke viele Wirkstoffe enthält, die den Stoffwechsel positiv beeinflussen, ist sie insbesondere zur Behandlung von Fettstoffwechselerkrankungen und zum Schutz vor Arteriosklerose geeignet.
  • Cynarin fördert die Gallenproduktion und steigert den Gallenfluss.
  • Sie ist auch hilfreich bei Gallen- und Verdauungsbeschwerden.
  • Bei Beschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen hilft Ihnen auch der Extrakt von Artischockenblättern.
  • Artischocke hat appetitanregende, verdauungsfördernde, cholesterinsenkende und blutreinigende Wirkung.
  • Cholesterol- und Triglyceridspiegel werden gesenkt und und das Verhältnis von "gutem" (HDL) zu "bösem""(LDL) Cholesterin werden verbessert.
  • Hervorzuheben ist die ausgezeichnete Verträglichkeit, selbst unter längerer Anwendung wurden kaum unerwünschte Wirkungen beobachtet.
  • Gegenanzeige: Verschluss der Gallenwege, Gallenstein.
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