Pflanzenlexikon

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Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris)

Inhaltsverzeichnis:

Berberis vulgaris L.

Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
Gattung: Berberitzen (Berberis)

Video - Gewöhnliche Berberitze

Die Gewöhnliche Beberitze wird auch auch Sauerdorn, Essigbeere oder Echte Berberitze genannt.

Vorkommen & Herkunft:

Die Berberitze wächst in Europa, Nordafrika sowie in Teilen von Amerika und Mittelasien. Sie wachsen ua in Gebüschen, lichten Wäldern und Waldränder, meist auf kalkigem Boden.

Die Merkmale der Pflanze:

Die Berberitze ist ein sommergrüner dorniger Strauch. Seine Wuchshöhe erreicht 2 bis 4 m. Seine Blätter sind verkehrt eiförmig und gesägt. Die hellgraue Rinde des Strauches ist teilweise rötlich überlaufen, das Holz hat eine gelbliche Farbe.

Die gelben, stark riechenden Blüten sitzen in 5 bis 7 cm langen, hängenden Trauben. Beim Berühren der Staubblätter schnellen diese zum Stempel empor. Die Blütezeit ist von April bis Juni.

Die reifen, roten Früchte sind fleischig, walzenförmig und haben einen saueren Geschmack. In Gärten findet man auch zahlreiche Züchtungen mit anderen Merkmalen, z.B. Pflanzen mit weiße, blauen oder auch schwarze Beeren. Die Thunbergs Berberitze (Berberis thunbergii) besitzt mit roten Blättern.

Die Beberitze ist in der Nähe von Getreidefeldern unerwünscht, da sie Zwischenwirt des Getreiderostpilzes ist.

Verwendung:

Die Gewöhnliche Beberitze wird als Fruchtgehölz, dekorativer Strauch ind Parkanlagen sowie als Vogelnähr- und Vogelschutzgehölz gepflanzt.

Die vollkommen reifen Beeren werden von September bis November, möglichst nach dem ersten Frost, geerntet. Junge Blätter werden von April bis Mai gesammelt. Die reifen Früchte sind nahezu alkaloidfrei und eignen sich zum Einkochen als Marmelade. Der Saft der Beeren eignet sich als Ersatz für Zitrone und Essig und hält sich gekühlt einige Monate.

Anbau:

  • Standort: volle Sonne und Halbschatten;
  • Boden: durchlässig, humos, etwas feucht, verträgt saure Böden, aber auch leicht kalkhaltige;
  • Vermehrung: Samen oder Stecklinge.

Inhaltsstoffe:

Die Früchte enthalten Capsanthin, Gerbsäure, Hyperosid und Vitamin C.

Vor allem die Blätter und die Rinde enthalten Alkaloide, die Vergiftungserscheinungen auslösen können. Daneben sind in der Wurzelrinde Berberin, Gerbsäure und Jatrorrhizin enthalten. Vergiftungserscheinungen treten bei Einnahme von 0,5 g Berberin (entspricht ca. 4 g Droge) auf.

Medizinische Anwendung:

Die Früchte der Berberitze haben völlig andere Heilwirkungen als die Rinde der Wurzel.

  • Volksmedizinisch werden die Wurzel, Wurzelrinde oder die Rinde bei Erkrankungen der Leber und Galle, des Magen- und Darmtraktes, der Niere und ableitenden Harnwege und als sogenanntes "blutreinigendes" Mittel verwendet.
  • Nicht in der Schwangerschaft und während der Stillzeit anwenden. Enthält hohe Dosen Berberin, das nachweislich Wehen auslösen kann. 
  • Die Früchte werden als Mus oder Saft bei Appetitlosigkeit, Verstopfung oder bei Lungen-, Leber- und Milzleiden angewandt. 
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