Pflanzenlexikon

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Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)

Inhaltsverzeichnis:

Arctostaphylos uva-ursi (L.) Spreng.

Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Gattung: Bärentrauben (Arctostaphylos)

Synonyme: ua Arbutus officinalis Boiss., Arctostaphylos officinalis Wimm. & Grab., Daphnidostaphylis fendleri Klotzsch, Mairrania uva-ursi (L.) Desv., Uva-ursi procumbens Moench, weitere siehe ThePlantList (externer Link).

Video - Echte Bärentraube

Die Echte Bärentraube wird umgangssprachlich auch Harnkraut, Achelkraut, Bärentee, Moosbeere, Wolfsbeere, Wolfstraube, Mehlbeere, Möhrbeere, Sandbeere, Steinbeere, Bewell, Wilder Buchs und Rauschbeere genannt. Schon im Mittelalter vertrauten die Menschen auf die heilsame Wirkung der Bärentraube. Die erste Erwähnung aus dem 12. Jahrhundert stand im Kräuterbuch "Meddygon Myddvai" aus Wales.

Der Gattungsname Arctostaphylos kommt vom griechischen "arctos" = Bär und "staphyle" = Traube, also Bärentraube. Die lateinische Bezeichnung uva-ursi setzt sich zusammen aus: uva = Traube und ursus = Bär. Angeblich fressen Bären gerne die Früchte.

Ihre allgemeine Verbreitung als Arzneimittel fand die Bärentraube erst im 18. Jahrhundert.

Da sie stark gefährdet und in manchen Regionen bereits ausgestorben ist, steht die Bärentraube, wie in den meisten anderen europäischen Ländern, auch in Deutschland unter strengem Artenschutz.

Vorkommen & Herkunft:

Die Bärentraube ist von der Iberischen Halbinsel über ganz Mitteleuropa bis hin zu Skandinavien zu finden. Auch in Sibirien, Altai, Himalaya und in Nordamerika wächst der Strauch.

Die Bärentraube liebt sonnige, warme Standorte und wächst vorwiegend in Kiefernwäldern, auf Moor- und Heideboden. Oft ist sie direkt neben der Preisselbeere zu finden, mit der sie leicht verwechselt werden kann. In den Alpen gedeiht sie bis zu einer Höhe von 2500 m.

Merkmale & Beschreibung der Pflanze:

  • Habitus: verholzender Chamaephyt; niederliegender, reichverzweigter, immergrüner Zwergstrauch, teppichbildender Spalierstrauch; Wuchshöhe 5-10 (50) cm; Äste 20-30 cm lang;
  • Blätter: wechselstängig angeordnet; Blattstiel 2-4 mm lang; Blattspreite dickledrig, derb, oval (verkehrt-lanzettlich oder verkehrt-eiförmig), ganzrandig, 1-3 x 0,5-1,5 cm; meist anfangs behaart und später kahl; Oberseite glänzend-dunkelgrün, Unterseite blassgrün bis grau-grün; schmecken anfangs zusammenziehend bitter, dann metallisch süßlich;
  • Blüten: zwittrig, radiärsymmetrisch, fünfzählig mit doppelter Blütenhülle; grün-weiße bis rosa oder rötliche Blütenglöckchen mit Kronzipfeln; Fruchtknoten oberständig; 3-10 Blüten in traubigen Blütenständen hängend;
  • Blütezeit: Ende März bis Anfang Juni;
  • Früchte: Steinfrüchte, beerenartig, scharlachrot, kugelig, 6-8 mm im Durchmesser, schmecken säuerlich-herb; 5-7 Samen enthaltend;
  • Wurzeln: wurzelt bis 1 m tief, bildet Mykorrhiza vom Ericaceen-Typ.

Verwendung:

Die Steinfrüchte werden roh oder gegart gegessen. Roh schmecken die "Beeren" fade, trocken und mehlig, sind aber nach dem Kochen süßer und können zu Sirup oder Marmelade verarbeitet werden. Getrocknet können sie gelagert werden.

Die Beerentraube wird auch als frostharte Zierpflanzen oder als Erosionsschutz in sandigen Bereichen gepflanzt.

Medizinisch verwendet werden die Blätter, die von April bis November gesammelt werden können. Sie enthalten im Spätherbst die meisten Wirkstoffe.

Wegen des hohen Gerbstoffgehalts wurden die Blätter der Bärentraube früher auch zum Gerben von Leder genutzt. Sie wurde auch zum Schwarzfärben von Wolle und als Beigabe zu Rauchtabak verwendet.

Anbau:

Die Samen sind Kältekeimer.

Die Echte Bärentraube bevorzugt einen sonnigen bis leicht schattigen Standort. Sie gedeiht auf sauren, kalk- und nährstoffarmen Böden am besten, ist hitzeresistent und frosthart.

Die Pflanze kann vegetativ durch Absenken der längeren Zweige oder durch noch nicht verholzte Stängelteile als Stecklinge vermehrt werden.

Inhaltsstoffe:

Die Blätter enthalten zu 7-12% Phenolglykoside, vor allem den Pflanzeninhaltsstoff Arbutin. Dieser ist für die desinfizierende Wirkung verantwortlich.

Von Bedeutung ist auch der mit 20% recht hohe Gehalt an Gerbstoffen. Die Gerbstoffe verursachen den bitteren Geschmack und wirken adstringierend. Neben diesen Hauptwirkstoffen enthält die Pflanze unter anderem noch Terpene und Flavonoide.

Medizinische Anwendung:

Importiert wird die Droge ausschließlich aus Wildbeständen in Spanien und Italien.

  • Entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege (Zystitis, Blasenkatarrh).
  • Damit Bärentraube ihre volle Heilkraft enfalten kann, sollte die Ernährung während der Einnahme der Bärentraube viel Gemüse und Milchprodukte, aber möglichst kein Fleisch, Weißmehl oder Zucker enthalten.
  • Gegenanzeigen: Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder unter 12 Jahren.

Tee: Am besten Kaltauszug: 1 gehäufter Teelöffel (2-3 g) auf 150 ml Wasser über Nacht kalt ausziehen. 3-4 Tassen täglich warm trinken. Die Tagesdosis sollte 10 g betragen. Der Tee aus Bärentraubenblättern färbt den Urin braun. Bei Überdosierung können Leberschäden auftreten, Bärentraubentee nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünf Mal im Jahr trinken.

Bärentraubenblätter zählen oft zu den Bestandteilen von Nieren- und Blasentees – häufig kombiniert mit anderen Heilpflanzen wie Acker-Schachtelhalm, Goldrute, Birkenblättern und Hauhechel.

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