Pflanzenlexikon

Die Flora der Welt von A bis Z

Spitzlappiger Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Inhaltsverzeichnis:

Alchemilla vulgaris L.

Spitzlappiger Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Rosiden
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Frauenmantel (Alchemilla)

Synonyme: Alchemilla acutiloba Opiz, Alchemilla acutiloba var. stellata Poelt, Alchemilla acutangula Buser.

Der Spitzlappige Frauenmantel

wird auch Gemeiner Frauenmantel oder Gewöhnlicher Frauenmantel genannt und gehört innerhalb der Gattung zur Sektion Alchemilla.

Der Name Alchemilla soll darauf zurückgehen, dass im Mittelalter der sich in den kelchartigen Blätter gesammelte Tau von Alchemisten zur Bereitung des Steins der Weisen verwendet wurde.

Verbreitung/Vorkommen:

Das Verbreitungsgebiet des Frauenmantels erstreckt sich von den gemäßigten Zonen Europas bis zum Ob in Sibirien. Häufig ist er in lichten Wäldern oder auf feuchten Waldwiesen zu finden.

Die Merkmale der Pflanze:

Der kräftige Wurzelstock treibt im Frühling Stängel, aus denen fast kreisrunde, behaarte und wie ein Mantel gefaltete Blätter sprießen. Die feinen Zacken des handförmigen Blattes tragen Perlen, die die Pflanze selbst absondert und nicht etwa der Tau hinterlassen hat.

  • Habitus: Hemikryptophyt, mehrjährige Staude, die bei guten Wachstumsbedingungen ganze Teppiche ausbilden kann; unterschiedlich behaart; Wuchshöhe 30-60 cm;
  • Blätter: Primärblätter fünflappig; grundständige Blätter 5-11(13)lappig (meist nur im äußeren Drittel oder Viertel), Lappen halbkreisförmig bis 3eckig, Zähne am Rand behaart; Stängelblätter 7-9lappig; Nebenblätter 20-55 mm lang;
  • Blüten: grün bis gelbgrün, 2-4 x 3-4,5 mm, Kelch setzt sich aus vier Kelchzähnen zusammen; Blütenstand 2-20 cm breit; Blütenstiele kahl;
  • Blütezeit: Mai bis Oktober;
  • Früchte: einsamige Nüsschen;
  • Wurzeln: kräftiges, verholzendes Rhizom.

Verwendung:

Im Ziergarten werden gelegentlich Sorten vom Frauenmantel angepflanzt. Die Pflanze ist recht wuchsfreudig und vermehrt sich über die Jahre rasch. Die Staude wird im allgemeinen nicht angerührt von Schnecken.

Mit der Blüte kann Wolle gelb gefärbt werden.

Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile, teils auch die Wurzeln. Man sollte nur trockenes Kraut pflücken. Unabhängig von heilenden Wirkungen ist Frauenmanteltee wohlschmeckend und ergibt in Kobination mit Fruchtsäften ein erfrischendes Getränk.

Anbau:

  • Standort: schattig bis sonnig;
  • Boden: nährstoffreich, eher feucht;
  • Vermehrung: Samen, Teilung des Wurzelstocks.

Inhaltsstoffe:

Das Frauenmantelkraut weist einen hohen Gerbstoffgehalt (u.a. Agrimoniin), Bitterstoffe, Glykoside, Salicylsäure und Flavonoide auf.

Medizinische Verwendung:

  • Frauenmantel wird als Tee aufgebrüht gegen leichte Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt.
  • Die volksmedizinisch behaupteten günstigen Wirkung des Krautes bei Frauenleiden ist wissenschaftlich nicht belegt.
  • Entzündliche Veränderungen im Mund- und Rachenraum.
  • Der Tee wird auch zur kosmetischen Anwendung als Badezusatz empfohlen und soll hautstraffend wirken.
  • Nicht während der Schwangerschaft anwenden, da Frauenmantel die Gebärmutter stimuliert.

Bilder:

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