Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

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Vaccinium_myrtillus

Heidelbeere Blüten

Waldbeere Blüte

Heidelbeeren - Früchte

Heidelbeere oder Blaubeere (Vaccinium myrtillus)

Die Heidelbeere wird auch Blaubeere, Schwarzbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Mooßbeere oder Heubeere genannt. Die Äbtissin Hildegard von Bingen hat bereits im Mittelalter die Heilwirkung der Heidelbeere beschrieben.

Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Vorkommen & Herkunft:

Heidelbeeren stammen ursprünglich aus Nordamerika. Heute sind sie vor allem auf der nördlichen Halbkugel von der Arktis bis in die Mittelmeerländer zu finden. Die Heidelbeere wächst in Wäldern mit saurem, torfigen Boden. Sie ist sehr häufig zu finden, allerdings nicht auf stark kalkhaltigen Böden. In den Alpen gedeiht sie vereinzelt bis zu einer Höhe von 2500 m.

Die Merkmale der Pflanze:

Der bis zu 50 cm hohe Heidelbeerstrauch hat einen weitkriechenden Wurzelstock, aus dem sich zahlreiche kantige Äste bilden. Die kurzgestielten, ovalen Blätter stehen wechselständig an den Ästen und sind am Rand gezähnt. In den Achseln der Blätter hängen an einem Stiel die Blüten, deren Kelch mehrlappig und deren weiß-rote Krone röhrenförmig ist. Im Mai und Juni blüht die Blaubeere und von Juli bis August trägt sie Beeren. Die Früchte sind klein, rund, blauschwarz und fleischig. An der Oberfläche sind sie mit einer Reifschicht überzogen. Der Strauch erreicht ein Alter von bis zu 30 Jahren.

Man unterscheidet zwischen den kleineren Waldheidelbeeren, die intensiv blau färben, und den größeren Kulturheidelbeeren, die zwar auch eine blaue Haut haben, deren Fruchtfleisch und Saft aber farblos sind. Sie wachsen im Gegensatz zu unseren heimischen Waldheidelbeeren an bis zu 2 m hohen, kräftigen Sträuchern. Im helleren Inneren befinden sich viele kleine Samen.

Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Anbau:

Kulturheidelbeeren verlangen einen leicht feuchten, halbschattigen Standort in einem sauren Boden auf Torfbasis. Die Aussaat der Samen erfolgt auf stets leicht feucht zu haltendem Torf-Sand-Substrat von Spätsommer bis Frühjahr. Die Töpfe geschützt und sonnig im Freien aufstellen, nach Auflaufen der Sämlinge diese dann halbschattig stellen.

Inhaltsstoffe:

Der ernährungsphysiologische Wert der Kulturheidelbeeren und der Waldheidelbeeren ist nahezu identisch. Sie enthalten reichlich Fruchtsäuren, Ballaststoffe, Eisen und Vitamin C. Heidelbeeren sind besonders reich an Karotenen. Ebenso bedeutend ist die Konzentration an Vitamin C. Außerdem enthalten Heidelbeeren viel Tannin (Gerbstoff). 100 g Frische Heidelbeeren entalten:

Energieträger Mineralstoffe Vitamine
42 kcal 1 mg Natrium 6 µg Vitamin A
176 kJoule 73 mg Kalium 0,1mg Vitamin B6
0.6 Broteinheiten 2 mg Magnesium 30 mg Vitamin C
7.4 Kohlenhydrate 13 mg Calcium 2,1mg Vitamin E
0.6 g Protein 13 mg Phosphor 3 µg Folsäure
0.6g Fett 0.7 mg Eisen  
0.4g mehrf. unges. FS 0,1 mg Zink  

Blätter: Chinolizidinalkaloide, Flavonoide, Gerbstoffe, Iridoide, Kaffeesäurederivate, Phenolcarbonsäuren.
Früchte: Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Anthocyane, Flavonoide, Iridoide, Kaffeesäurederivate, Pektine. Karotin, Vitamin B6, Vitamin C und Magnesium

Verwendung:

Der Geschmack der Früchte ist süß-säuerlich mit feinem Waldaroma. Heidelbeeren vor der Zubereitung kalt abbrausen und abtropfen lassen. Sie eignen sich sowohl zum Frischverzehr als auch für die Herstellung von Heidelbeerwein und Heidelbeerlikör. Da der Saft der Heidelbeeren besonders gut gelierfähig ist, lassen sich daraus hervorragend Marmeladen oder Gelees zubereiten. In der Küche werden die Beeren vielfältig zu Kuchen und Desserts verwendet. Die Heidelbeeren kann man auch trocknen, sodass sie wie harte, kleine Rosinen sind. Diese trockenen Beeren kann man gegen Probleme der Mund- und Rachenschleimhaut kauen.

Tipps:

  • Die ungewaschenen Früchte lassen sich bei niedrigen Temperaturen einige Tage im Kühlschrank lagern.
  • Die Haut der Heidelbeeren sollte glatt sein und einen silbernen Überzug aufweisen.
  • Sie eignen sich auch besonders gut zum Einfrieren.
  • Saftflecken von Heidelbeeren sollten man sofort mit Zitronensaft einreiben und dann umgehend mit einer Waschmittellauge auswaschen.

Medizinische Anwendung:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Entzündliche Veränderungen im Mund- und Rachenraum
  • Heidelbeeren sollen fiebersenkend wirken
  • Das enthaltene Tannin (Gerbstoff) wirkt Schleimhaut bildendend, beugt Entzündungen vor und Bakterien abtötet.
  • Die enthaltenen Karotene panzern das Immunsystem und die Körperzellen gegen Bakterien und freie Radikale.
  • Getrocknete Heidelbeeren sind ein altes Volksheilmittel gegen Durchfall gegen gegen Probleme der Mund- und Rachenschleimhaut.
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