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Bocksbärte (Tragopogon)

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Haferwurzel (Tragopogon porrifolius) Haferwurzel Blüte Haferwurzel (Tragopogon porrifolius)

Haferwurzel (Tragopogon porrifolius)

Die Haferwurzel wird auch Austernpflanze, Weißwurzel, Habermark, Bocksbart, Markwurzel oder Milchwurzel genannt und war bereits den alten Griechen als Gemüsepflanze bekannt. Bereits Theophrastos (371-287 v.Chr.) erwähnte "tragopogon" (gr. = Bocksbart).

Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Gattung: Bocksbärte (Tragopogon)

Vorkommen & Herkunft:

Die Haferwurzel ist heimisch in Südeuropa und Nordafrika. Die Wildform Tragopogon porrifolius ssp. australis kommt im Mittelmeerraum vor. In Mitteleuropa wird die Kulturform Tragopogon porrifolius ssp. sativus (Jord.) Nyman angebaut. Die Pflanze liebt viel Sonne und durchlässige Böden.

Die Merkmale der Pflanze:

Die Haferwurzel ist eine ein- bis zweijährige Pflanze und wird 60 bis 120 cm hoch. Ihre schmalen Blätter stehen steil aufrecht in einer Rosette zusammen. Sie sind zweizeilig angeordnet und ähneln Porreeblättern. Der Blütenstiel entwickelt sich erst im zweiten Jahr und wird bis zum 1m hoch. Er trägt meist mehrere violette Blütenkörbe, Blütezeit ist Juni bis August. Die Haferwurzel entwickelt violette Blütenköpfchen. Die Blüten öffnen sich morgens und schließen sich am Nachmittag wieder. Der Samenstand ähnelt einer dicken Pusteblume. Die Früchte sind inklusive Schnabel 40 bis 55 Millimeter lang. Die walzenförmigen Pfahlwurzel werden bis zu 30 Zentimeter lang und besitzen eine gelblich-weiße Korkschicht. Die Wurzeln sind innen weißfleischig. Sie enthalten ebenso wie die Schwarzwurzeln reichlich weißen Milchsaft, der sich an der Luft braun verfärbt.

Anbau:

Die Haferwurzel wurde schon im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa, ab 1850 in Deutschland feldmäßig angebaut. Die qualitativ hochwertigere und ähnlich schmeckende Schwarzwurzel hat sie dann jedoch zunehmend von der Speisekarte verdrängt. In England ist die Pflanze immer noch sehr beliebt.

Der Anbau erfolgt wie der Schwarzwurzel. Sandig-humoser Boden ist optimal, er darf auch etwas kalkhaltig, aber nicht sauer sein. Mischkultur mit Bohnen, Pfefferminze, Radies, Ringelblumen, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten ist zu empfehlen. Ungünstig sind andere Korbblütler wie Möhren, Petersilie und Schwarzwurzeln.

Boden gut vorbereiten, mit etwas Kompost düngen und tief  lockern, damit sich die Wurzeln nicht verzweigen. Die Aussaat erfolgt in Vorkultur oder im April direkt ins Freiland, ca. 2-3 cm tief in 30 cm Reihenabstand. Später vereinzeln auf 15 cm Abstand. Die Ernte der Wuzeln erfolgt im Herbst bei einer Mindestdicke von 2,5 cm und Länge von 30 cm. Nach leichtem Frost werden sie aber süsser. Im nachfolgenden Jahr blüht die Haferwurzel, dann ist die Wurzel nicht mehr zum Genuss geeignet, da sie holzig wird.

Inhaltsstoffe:

Kalium, Calcium, Magnesium, Inulin, Carotinoide.

Die Haferwurzel enthält den Zucker Inulin ( nicht zu verwechseln mit Insulin) und ist für Zuckerkranke sehr bekömmlich. Dieses Gemüse ist glutenfrei, siehe auch www.cookmal-glutenfrei.de

Verwendung in der Küche:

Die Pfahlwurzeln können in der Küche ähnlich wie Schwarzwurzeln verwendet werden. Der Vorteil der süßlich schmeckenden, milchhaltigen Haferwurzel ist, dass man sie nicht unbedingt schälen muss. Ihr Geschmack erinnert etwas an Austern, in England trägt sie den Beinamen "Gemüseauster". Sie ist sehr nahrhaft, was auch ein alemannisches Sprichwort besagt: "Habermark macht'd Bube stark". Geröstet und gemahlen wurde die Wurzeln früher als Kaffeeersatz verwendet.

Die Blätter lassen sich als Salat oder Spinat zubereiten, auch die violette Blüte kann für Salate verwendet werden. Die Haferwurz ist auch eine hübsche Zierpflanze, denn im zweiten Jahr treibt sie aus den winterharten Wurzeln hübsche Blütenstände, die ein wenig der Gerbera ähneln.

Tipps:

  • Bei der Ernte nicht verletzen, der Saft färbt die Hände, dadurch gehen aber auch wertvolle Inhaltsstoffe verloren.

Medizinische Anwendung:

  • Die Wurzel wird als diätetisches Lebensmittel verwendet.
  • Die Wurzeln sollen die Entgiftung des Leber fördern und die Bildung roter Blutkörperchen anregen.
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