Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Strauch- & Baumlexikon

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Aprikose (Prunus armeniaca)
Klasse:
Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse:
Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung:
Rosenartige (Rosales)
Familie:
Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Prunus
Aprikosenbaum Aprikose (Prunus armeniaca) Aprikose (Prunus armeniaca)

Aprikose (Prunus armeniaca)

Die Aprikose wird auch Barille, Xingren, in Österreich und Südtirol Marille genannt. Der Name Aprikose leitet sich vom lateinischen Wort "praecoces" = frühzeitiges Früchtchen ab. So bezeichneten die Römer die im Verhältnis zu anderen Rosengewächsen früh blühende und fruchtende Aprikose. Es gibt unzählige verschiedene Aprikosensorten, von klein bis groß, von süß bis sauer, früh und spät reifende.

Vorkommen & Herkunft:

Die Heimat der Aprikose ist China und das zum Iran und zur Türkei gehörende Hochland zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer. Wildarten gibt es heute noch in Afghanistan und Japan.

Die Aprikose wird als eine der ältesten kultivierten Obstsorten bezeichnet, die schon vor 4000 Jahren in Nordchina vorgekommen sein soll. Über die Seidenstraße fand die goldgelbe Frucht ihre Verbreitung über Syrien bis zum Römischen Reich.

Die Merkmale der Pflanze:

Die Aprikose ist ein kleiner bis mittelgroßer Baum mit breiter, dichter Krone. Die Blätter sind herzförmig, zugespitzt und etwa 8 cm breit. Die Blüten sind weiß bis rosarot gefärbt. Die einjährigen Triebe erscheinen grün oder rot gefärbt und entwickeln erst im zweiten Jahr die dunkelbraune Rindenfärbung.

Die Früchte sind 4-8 cm große, kugelige bis eirunde Steinfrüchte. Die Haut ist samtartig, manchmal auch glatt, und von hellgelber bis orangegelber, sonnseits auch geröteter Färbung. Vom Stiel bis zum Stempelansatzpunkt verläuft die für die Aprikose charakteristische, die Frucht in zwei Fruchtbacken teilende Naht. Das Fruchtfleisch ist weiß, gelb oder intensiv orangefarben, saftig und äußerst wohlschmeckend.

Anbau:

Die Aprikose liebt die trockene und warme Regionen und ist sehr frostanfällig ist. Zu den speziellen Standortsansprüchen gehören eine mittlere Jahrestemperatur von mindestens 8°C, geringe Niederschlagsmengen von unter 600 mm sowie warme, gut durchlüftete Böden mit ausreichender Ernährung und Wasserversorgung. Sie bevorzugt sandigen Boden.

Grundsätzlich sind Aprikosen weitgehend selbstfruchtbar. Die Präsenz von anderen Sorten soll jedoch den Befruchtungsansatz vergrößern.

Inhaltsstoffe:

Nach ihren Inhaltsstoffen könnte man meinen, die Aprikose sei ein Gemüse. Kein anderes Obst enthält so viel Carotinoide, Mineral- und Ballaststoffe. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an den Mineralstoffen Calcium, Phosphor und Eisen sowie an Vitamin C. Karotin (Provitamin A) enthält die Aprikose mehr als die meisten anderen Früchte.

100 g frische Aprikosen enthalten: 42,3 kcal; Wasser 86,5 g; Eiweiß 0,9 g; Fett 0,1 g; Kohlenhydrate 8,5 g; Eisen 0,6 mg; Calcium17,0 mg; Phosphor20,0 mg; Zink 0,1 mg; Vitamin A298,0 µg; Carotin 1,8 mg; Vitamin E 0,5 mg; Folsäure 4,0 µg; Vitamin B2 0,1 mg; Natrium 2,0 mg; Vitamin B6 0,1 mg; Kalium 280,0 mg; Vitamin C 9,0 mg

Verwendung:

Aprikosen haben es in sich. In erster Linie werden Aprikosen als Frischfrüchte, daneben jedoch als Trockenobst angeboten. Aufgrund der intensiven Säure sind Marillen ideal zur Marmeladeherstellung geeignet, aber auch als Beilage zu Wild, Huhn oder in Currygerichten. Auch das aus dem Aprikosenkern gewonnene wertvolle Öl wird verwendet: zum Kochen, Braten und Backen.

Das Aprikosenkernöl verwendet man aufgrund seines unaufdringlichen Duftes und seiner guten Haltbarkeit gerne als Grundlage für Hautpflegemittel. Wegen seiner Fähigkeit, den Feuchtigkeitshaushalt der Haut zu unterstützen, hilft es besonders der empfindlichen, trockenen, spröden und rissigen Haut. Es macht die Haut weich, strafft das Gewebe und fördert die Zellerneuerung.

Der Samen ist allerdings sehr giftig, da er ca. 8 % blausäureabspaltendes Amygdalin enthält.

Tipps:

  • Vollreif gepflückte Früchte verfügen über ein ausgezeichnetes Aroma, leider sind sie dann auch sehr verderbanfällig. Zu früh gepflückte Früchte hingegen reifen nicht nach. Sie schmecken fad und entwickeln kein Aroma
  • Wenn Sie Marillenknödel machen, sollten Sie die Marille entkernen und den Kern durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.

Medizinische Anwendung:

  • Durch den hohen Gehalt an Carotinoiden sollen sie das Immunsystem stärken, Krebserkrankungen vorbeugen, die Haut vor UV-Strahlung schützen und Ablagerungen in Arterien verhindern.
  • Durch das Vitamin B5 (Niazin) wirken Aprikosen nervenstärkend, Folsäure regt Blutbildung und Zellerneuerung an.
  • Haut und Haar werden durch Aprikosen glatter und kräftiger.
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