Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Engelwurzen (Angelica)

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Echte Engelwurz (Angelica archangelica)
Klasse:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung:
Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie:
Doldenblütler (Apiaceae)
Gattung:
Engelwurzen (Angelica)
Echte Engelwurz (Angelica archangelica) Echte Engelwurz (Angelica archangelica)

Echte Engelwurz (Angelica archangelica)

Die Echte Engelwurz eine mehrjährige Heil- und Gewürzpflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler.Sie wird auch auch Angelika, Erz-Engelwurz, Heiligenwurz, Zahnwurz, Engelskraut, Heilige-Geist-Wurzel oder Brustwurz genannt. Die Pflanze galt früher als Heilmittel gegen die Pest und Hexerei.

Vorkommen:

Engelwurz st in Nordeuropa und Nordasien beheimatet und in jedem Kräutergarten ein herausragender Blickfang. Sie ist eine Pflanze der nördlichen Zonen. In Mittelmeerraum gibt es keine Engelwurz. Es waren die Wikinger im 10. Jahrhundert, die die Engelwurz in Mitteleuropa einführten. In Nordeuropa wurde die Pflanze seit dem 12. Jh. als Gemüse gegessen.

Die Pflanze bevorzugt feuchte, nährstoffreiche, humose, tiefgründige Böden in sonnigen oder halbschattigen Lagen.

Die Pflanze:

Die stattliche Pflanze hat eine lange fleischige Hauptwurzel. Sie hat dicke hohle Stänge und kann bis zu 250 cm  hoch werden können.Die sehr großen, grundständigen Blätter können bis zu 90 cm lang werden, sind teilweise dreifach gefiedert.und besitzen einen langen, stielrund-röhrigen Stiel. Grülich-weiße bis gelbliche Umbelliferenblüten sitzen auf Dolden, die ihrerseits in Dolden zusammengefasst sind. Am Rand zweier miteinander verbundenen Schließfrüchte befindet sich ein kurzer, korkartiger Flügel, wodurch sich die Engelwurz von der Waldengelwurz unterscheidet. Insgesamt ist die Frucht ca. 7 mm lang und 4 mm breit. Die Blütezeit ist Juli bis August. Angelica verströmt einen würzigen, leicht nach Sellerie duftenden süßlichen Geruch.

Engelwurz liebt einen feuchten humosen, nährstoffreichen Boden und einen sonnig bis halbschattigen Standort. Sie wächst bevorzugt in Wäldern, auf feuchten Wiesen sowie an Uferböschungen. Im Garten stirbt die Pflanze in der Regel nach 3 - 4 Jahren ab. Die Art wächst sowohl im Schatten wie auch in der Sonne. Sie sollte jedoch vor Wind geschützt werden.

Engelwurz ist ein kaltkeimer, die Herbstaussaat erfolgt direkt nach der Ernte.

Stauden für den heimischen Kräuter- oder Gemüsegarten finden Sie bei

Pflanzmich.de

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl, Furanocumarine, Kaffeesäurederivate (Chlorogensäure)

Verwendung:

Geerntet werden Blätter, Blattstiele, Stängel und Samen. Die Wurzeln werden im Herbst ausgegraben und getrocknet bis sie brüchig werden. Trotz der Größe besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling. Man sollte die Pflanze also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt.

Der Engelwurz hat einen aromatischer Geruch und Geschmack. Dieser ähnelt etwas der Möhre. Zerkleinerte Blätter und Blattstiele geben Suppen, Salaten und Saucen einen fein würzigen Geschmack. Die Blätter lassen sich auch als Gemüse zubereiten, die Wurzeln kann man ähnlich wie die Pastinaken verwenden und die angenehm fruchtig schmeckenden Stängel sind zum Rohessen geeignet. Engelwurz mildert die Säure von Rhabarber und Stachelbeeren und verstärkt das Aroma von Marmeladen. Engelwurz wird häufig kandiert und wie Orangeat oder Zitronat als Backzutat verwendet.

Die Pflanze ist aber mit Vorsicht zu genießen, weil bei Überdosierung und bei direktem Hautkontakt mit dem frischen Saft Hautreizungen und Lichtdermatitis auftreten können. Empfindliche Personen sollten besser vom Verzehr der Pflanze absehen.

In der Likörindustrie dienen Samen und Wurzel zur Herstellung von Magenbittern. Sie sind auch in bekannten Magenlikören, wie dem »Benediktiner» oder »Chartreuse» enthalten.

In den Monaten Juli und August stellen die grünlich-weißen, kugeligen Blüten für  Insekten eine reichliche Nahrungsquelle dar.

Tipps:

  • Zur Förderung eines kräftigen Wurzelstocks empfiehlt es sich, die Blütenansätze zu beschneiden

Medizinische Anwendung

Engelwurz wirkt verdauungsfördernd, karminativ (blähungstreibend), gallenflussfördernd und spasmolytisch (entkrampfend). Angelika wird angewandt bei:

  • leichte Magen-Darm-Krämpfen
  • Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Förderung der Magensaftsekretion

Gegenanzeigen: Die in Angelica vorhandenen Furanocumarine machen die Haut lichtempfindlich. Angelikawurzel darf nicht bei bestehenden Magen- oder Darmgeschwüren verwendet werden. Stimuliert in großen Mengen die Gebärmutter und sollte daher nicht in der Schwangerschaft angewendet werden; ist aber als Küchengewürz weitestgehend unbedenklich.

Teezubereitung: Überbrühen Sie 1 Teelöffel der Angelikawurzel mit 150 ml siedendem Wasser. Anschließend lassen Sie den Tee für 10 Minuten bedeckt ziehen, danach abseihen. Trinken Sie täglich, soweit nicht anders verordnet, 1 Tasse mäßig warm jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Die Tagesdosis von 4,5 g sollte nicht überschritten werden.

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