Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

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Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retroflexus)
Zurückgebogener Amarant
(Amaranthus retroflexus)

Klasse:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung:
Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie:
Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Gattung:
Amaranthus

Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus tricolor)
Gemüse-Amarant

Grüner Amarant (Amaranthus viridis)
Grüner Fuchsschwanz oder Meier

Amarant oder Fuchsschwanz (Amaranthus)

Amarant zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Es gibt etwa 70 Arten dieser Gattung, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis vorkommen. Es handelt sich um ein Pseudogetreide, da die Körnerfrüchte wie Getreide aussehen und auch so verwendet werden, aber nicht zu den Gräsern gehören. Der Name "Amaranthus" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "unsterblich" oder "nicht welkend". Die Bezeichnungen sind oft unterschiedlich. Er wird z.B. Inka-Korn genannt.

Die Spanier verboten im 16. Jahrhundert den Anbau von Amarant unter Androhung der Todesstrafe, aufgrund seiner starken religiösen Bedeutung für die Indios. Nach dem Verbot geriet die Pflanze für Jahrhunderte fast völlig in Vergessenheit.

Vorkommen & Herkunft:

Die größte Artenvielfalt findet sich in Amerika, er kommt jedoch auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Der Amarant wächst bevorzugt an sonnigen Standorten. Mit der Ausweitung des Maisanbaus nach Mittel- und Nordeuropa breiten sich auch die Amarant-Arten als Ackerunkräuter aus.

Die Pflanze:

Fast alle Amarantsorten sind einjährig. Die krautigen Pflanzen können bis zu 200 cm hoch werden. Die Stängel sind meist verzweigt und kräftig. Die wechselständigen Laubblätter sind gestielt, dunkelgrün bis rotgrün. Die Blütenstände sind meist sehr vielblütig mit eingeschlechtlichen Blüten. Bei den weiblichen Blüten können Blütenhüllblätter fehlen oder es sind ein bis fünf und ein Stempel vorhanden. Bei den männlichen Blüten sind drei bis fünf Blütenhüllblätter und drei bis fünf Staubblätter vorhanden. Aus den Amarant-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst etwa 50.000 Samen je Pflanze. Die runden diskusförmingen Samen sind weniger als 1 mm dick.

Arten:

  • Amaranthus acutilobus (Spitzlappiger Fuchsschwanz)
  • Amaranthus albus (Weißer Fuchsschwanz): Der Weiße Fuchsschwanz ist eine krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 70 cm. Die Blätter sind elliptisch bis verkehrt eiförmig oder spatelförmig und stehen wechselständig. Die Pflanze ist einhäusig. Die Samen sind etwa 1 mm breit und rot-braun bis schwarz.
  • Amaranthus blitoides (Westamerikanischer Fuchsschwanz)
  • Amaranthus blitum (Aufsteigender Amarant oder Auftsteigender Fuchsschwanz): Er erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 100 cm. Verschiedene Unterarten und kultivierte Varietäten sind bekannt: ssp. emarginatus (Stängel flachgestreckt bis aufsteigender, dünn, weinfarben bis tiefpurpurn, kaum geriffelt), ssp. blitum (Stängel flachgestreckt bis aufsteigender, dünn, weinfarben bis tiefpurpurn, kaum geriffelt; Blätter grün bis rötlich), ssp. blitum var. oleraceus (Stängel aufsteigend bis aufrecht, kräftig und oft hohl, gefurcht, blass bis weißlich; Blätter blassgrün mit weißlicher Aderung), ssp. blitum var. lividus (Stängel aufrecht, kräftig und oft hohl, gefurcht; ganze Pflanze dunkelrötlich, purpurn bis fast schwarz, Blätter grün oder purpurn mit purpurner Aderung)
  • Amaranthus bouchonii (Bouchons Amarant)
  • Amaranthus caudatus L. (Inkaweizen, Kiwicha oder Gartenamarant) (mehr Infos)
  • Amaranthus chlorostachys (Grünähriger Fuchsschwanz)
  • Amaranthus cruentus L. (Rispenfuchsschwanz, Färberfuchsschwanz): In den Blättern, Stängeln und Blüten bildet der Amaranth verschiedene Farbstoffe, die in südamerikanischen Regionen zum Färben von Lebensmitteln und Getränken verwendet werden. Brot verleihen die geriebener Samen eine appetitliche Farbe. Sogar Schminke für traditionelle Zeremonien wurde aus dem Amaranth gewonnen. Auch das Färben von Tüchern soll möglich sein.
  • Amaranthus cruentus x powelli: Eine weinrote Art mit grossen, überhängenden Blütenständen. Sie haben enorme Farbkraft und können zum Färben von Tüchern usw. benutzt werden.
  • Amaranthus dubius (Zweifelhafte Fuchsschwanz): Der Zweifelhafte Fuchsschwanz wird auch Bayan oder Chinesischer Spinat genannt. (mehr Infos)
  • Amaranthus lividus (Blitum, Grüner Fuchsschwanz oder Meier)
  • Amaranthus powellii (Grünähriger Fuchsschwanz)
  • Amaranthus retroflexus (Zurückgebogener Amarant): Er wird auch Zurückgekrümmter Fuchsschwanz oder Rauhaariger Fuchsschwanz genannt. (mehr Infos)
  • Amaranthus spinosus L.Dorniger Fuchsschwanz
  • Amaranthus spinosus folium (Dorniger Fuchsschwanz; Syn.: Malabarspinat)
    Dieser Vertreter wird volkstümlich in Mexico bei Nierenleiden angewandt.
  • Amaranthus tricolor - Gemüse-Amarant
  • Amaranthus viridis L. (Grüner Amarant): Der Grüne Amaranth wird in der indischen Heilkunst Ayurveda verwendet.
  • Besonders schön im Blumenbeet:
    Early Splendor mit herrlich leuchtenden Blüten.
    Elefantenkopf, dunkelrote Scheinähre, 6 - 10, 200 cm.
    Fuchsschwanz, rosarot, 6 - 10, 100 cm. Gold, goldgelb, 6 - 10, 150 cm .
    Green Thumb, hellgrün, 6 - 10, 30 cm. Öschberg, rotbraun, 6 - 10, 60 cm.
    Illumination mit broncefarbenem Laub
    Roter Meier, violettrot, 6 - 10, 80 cm
    Tricolor mit rotgelb geflammten Laub

Anbau:

Amarant ist weitgehend anspruchslos an den Boden. Mit nur 100 g Samen kann man einen ganzen Hektar an Pflanzen anziehen. Volle Sonne, Kompost und lehmig-humoser Boden wirken sich jedoch günstig aus. Vorkultur erfolgt in Töpfchen im März, dann Auspflanzen ins Freie im Abstand 30 x 40 cm. Oder Direktaussaat von Apirl bis Mai. Die Pflanzen anhäufeln und viel wässern, doch keine stauende Nässe. Grüne Blätter und Jungtriebe können fortwährend geerntet werden. Durch Zurückschneiden kann die Erntezeit verlängert werden.

Man sollte bedenken, dass eine Pflanze zwischen 30.000 und 60.000 Samen produziert, die sich im ganzen Garten verteilen und viele Jahre keimfähig bleiben.

Krankheiten:

  • Fuchsschwanz wird im allgemeinen nicht angerührt von Schnecken.

Inhaltsstoffe:

Amarant hat einen hohen Eiweiß- und Mineralstoffgehalt, z.B. Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Die Proteine bestehen aus vielen essenziellen Aminosäuren. Der Eisen-, Magnesium- und Calciumgehalt beträgt ein Mehrfaches der Gehalte in Roggen oder Weizen. Bei dem enthaltenen Fett handelt es sich zu ca. 70 % um ungesättigte Fettsäuren. Kohlenhydrate und Ballaststoffe sind in gleich großen Mengen vorhanden.

Amarant enthält bestimmte Gerbstoffe, die die Aufnahme und Verdauung von Vitaminen, Proteinen sowie Spurenelementen hemmen. Für Kleinkinder und Säuglinge ist Amarant deshalb nicht zu empfehlen.

Verwendung:

Amarant wird zur Ernährung, als Sommerblumen und seit vielen tausend Jahren in Amerika als Heilpflanze angebaut.In Europa geht die Nutzung bis in die Steinzeit zurück, es wurden aber nur die Blätter für die Ernährung genutzt.

Amarant ist ein Pseudogetreide. Es sieht zwar aus wie Getreide und seine Samen werden auch so verwendet, aber es ist kein Getreide. Amarant ist glutenfrei. Dies macht es zu einem vollwertigen und verträglichen Getreideersatz bei der weit verbreiteten Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Der Samen kann als ganzes Korn oder als Mehl verarbeitet werden. Er entfaltet beim Kochen seinen typisch nussigen Geruch. Der Verzehr kann im Müsli oder zu Grütze gekocht als Beilage erfolgen. Amarantmehl eignet sich nur begrenzt zum Backen.

Die Zubereitung der jüngen Blätter und Triebe erfolgt wie Spinat. Die Blätter für Salat und Gemüse sollten vor der Blüte geerntet werden. Auch Einfrieren ist möglich.

Die roten Farbstoffe wurden zum Färben genutzt.

Tipps:

  • Getrocknete Samen wie Puffmais geröstet ergeben eine leckere Knabberei.
  • Tee: 1 Esslöffel getrockneter Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 8 Minuten ziehen lassen und abseihen. Die Blätter auch vor der Blüte ernten und an luftigem und schattigen Ort trocknen.
  • Gemüse: Die frischen Blätter wie Spinat zubereiten.
  • Samen: 1 Tasse Samen in 2 Tassen Wasser aufkochen und bei kleiner Hitze 30 Minuten quellen lassen, ggf. noch etwas heißes Wasser beigeben. Wenn die Samen reif werden, am besten die Pflanze abschneiden und über Backpapier aufhängen.

Medizinische Anwendung:

  • adstringierend, kühlend
  • Blutstillung, Durchfall, Fieber, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Mundgeschwüre, Rachengeschwüre, Schlafstörungen,
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